Das begehbare Ohrmodell

Die wichtigste Eigenschaft der Ohren ist das Hören. Außerdem wird über Strukturen im Innenohr das Gleichgewicht reguliert. So können bei Fehlfunktionen und Erkrankungen im Bereich der Ohren Schwerhörigkeit bis Hörverlust, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder dauernde Ohrgeräusche auftreten.

Erkrankungen des äußeren Ohres

Wir hängen eine Brille an ihnen auf, verschönern sie mit Schmuck, waschen sie gelegentlich und verstecken sie unter den Haaren - das äußere Ohr an unserem Kopf hat so manche erstaunliche Funktion. Verletzungen und Entzündungen sind dort die häufigsten Erkrankungen.

Othämatom, Otserom

Sammelt sich Blut oder Serum zwischen Knorpel und Knorpelhaut der an Ohrmuschel, so spricht man von einem Othämatom oder Otserom. Hämatom bedeutet nichts anderes als Bluterguss. Die Ursache eines Othämatoms ist in aller Regel eine stumpfe Gewalteinwirkung, beispielsweise ein Schlag auf das Ohr wie er unter anderem beim Boxen auftreten kann. Der Schlag kann einen Bluterguss verursachen. Der Bluterguss wiederum kann zu einer Unterbrechung der Ernährung des Knorpels durch die Knorpelhaut führen. Dadurch kann es zum Absterben des Knorpels kommen. Typisch für den elastischen Knorpel der Ohrmuschel ist es, dass er sich nicht regenerieren kann.

Ohrfurunkel

Bei einem Ohrfurunkel (Otitis externa circumscripta) handelt es sich um eine örtlich begrenzte, tief ins Ohr reichende eitrige Entzündung eines Haarbalges im äußeren Gehörgang. Ausgelöst wird diese Art der Ohrenentzündung vor allem durch eine Bakterienart, die so genannten Staphylokokken.

Trommelfellperforation

Bei einer Trommelfellperforation handelt es sich um eine mechanische Verletzung des Trommelfells. Zu den möglichen Gefahrenquellen zählen die unsachgemäße Verwendung von Wattestäbchen beim Reinigen der Ohren oder indirekte Gewalteinwirkung wie ein Schlag aufs Ohr, wodurch eine (mechanische) Beschädigung des Trommelfells hervorgerufen werden kann.

Ohrmuschelperichondritis

Die Ohrmuschelperichondritis ist eine Entzündung der Ohrmuschelknorpelhaut. Sie tritt oft als Folge einer Verletzung der Ohrmuschel, Insektenstichen oder als Komplikation nach einer Ohr-Operation auf. Möglich ist auch eine Entstehung nach Verätzungen, Erfrierungen, Verbrennungen und Verstrahlungen. Auslöser ist eine bakterielle Infektion mit Pseudomnas aeruginosa, Proteus oder Staphylokokken.

Otitis externa

Neben der Entzündung der Ohrmuschelknorpelhaut und einem lokal begrenzten entzündlichen Furunkel im äußeren Gehörgang kann auch der gesamte äußere Gehörgang von einer entzündlichen Infektion betroffen sein. Der Auslöser einer Ohrenentzündung im äußeren Gehörgang ist in den meisten Fällen eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen. In seltenen Fällen kann die Entzündung auch eine allergische Reaktion als Ursache haben.

Erkrankungen des Mittelohrs

Obwohl es im Mittelohr Hammer, Amboss und Steigbügel gibt, ist das nicht die "Einrichtung" für eine Schmiedewerkstatt. Im Mittelohr werden die Schwingungen des Schalls in mechanische Schwingungen umgesetzt und verstärkt.

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Einer Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine meist durch Bakterien, seltener durch Viren verursachte Erkrankung des Mittelohres, die besonders häufig bei Säuglingen und Kleinkinder auftritt.

Cholesteatom

Das Cholesteatom ist ein chronische Knocheneiterung (Entzündung) der Deckzellenschicht von Gehörgang und Trommelfell.

Otosklerose

Die Otosklerose (Verknöcherung der Gehörknöchelchen) ist eine relativ seltene Form einer fortschreitenden Mittelohrschwerhörigkeit oder Taubheit. Dabei kommte es zu einer Knochenneubildung (Knochenwucherungen) in bestimmten Bereichen des Ohres. Dies betrifft vor allem den Bereich des Steigbügels, der direkt mit dem Innenohr in Verbindung steht. Umgangssprachlich spricht man bei dieser Form der Schwerhörigkeit auch von einer Verkalkung der Ohrgefäße, oder auch von der Mittelohrschwerhörigkeit.

Erkrankungen des Innenohrs

Der Bereich des Innenohrs ist mit Flüssigkeit gefüllt. Es enthält außerdem das Gleichgewichtsorgan. Sinneszellen nehmen Informationen auf und leiten sie an den Hör- und Gleichgewichtsnerv im Gehirn weiter. Schwerhörigkeit und Schwindel sind häufige Symptome bei Erkrankungen des Innenohrs.

Tinnitus / Ohrgeräusche

Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für störende Ohrengeräusche oder Töne, die ohne akustische Stimulation von Außen, d.h. ohne das Vorhandensein eines tatsächlichen Geräusches von den Betroffenen wahrgenommen werden. Die Geräusche werden nahezu andauernd wahrgenommen. Tinnitus ist im medizinischen Sinn keine eigentliche Erkrankung, sondern ein Symptom.

Menière-Krankheit (Drehschwindel)

Die Menière-Krankheit (Morbus Menière) ist durch ein Druckgefühl im Ohr, Drehschwindel mit Erbrechen und zunehmende Schwerhörigkeit des betroffenen Ohres charakterisiert. Die Erkrankung hat ihre Ursache in einer vermehrten Flüssigkeitsbildung im Innenohr und der dadurch bedingten Druckerhöhung.

Hörsturz

Der Hörsturz ist ein akuter Defekt im Innenohr. Er ist gekennzeichnet durch eine plötzlich auftretende, meistens einseitige und hochgradige Innenohrschwerhörigkeit, die bis hin zur Taubheit gehen kann. Auslöser für einen Hörsturz kann eine verminderte Durchblutung sein, aber auch Virusinfekte, Störungen der Immunabwehr oder Funktionsstörungen der Nervenbahnen des Innenohres.

Akustikus-Neurinom

Das Akustikus-Neurinom (auch Schwannom oder Neurom genannt) ist eine gutartige Geschwulst, die sich am Hör- und Gleichgewichtsnerven bilden kann. Der Tumor drückt mit der Zeit auf den Nerv, wodurch es zu einer langsam zunehmenden Verminderung des Hörvermögens kommen kann. Das Akustikus-Neurinom und seine Auswirkungen auf das Innenohr können nur durch einen operativen Eingriff beseitigt werden.